Gelungene Förderung von hochbegabten Kindern – ein Erfahrungsbericht

Gelungene Förderung von hochbegabten Kindern – ein Erfahrungsbericht

Mama-Joker und Sütterlin

Omas Geheimschrift

Corona? Unsere Schule macht das Beste daraus!
 
Unserer Tochter geht es derzeit in ihrer Schule richtig gut. Corona ist natürlich da und die Möglichkeiten im Schul-Alltag leider viel eingeschränkter, aber unsere Schule macht wirklich das Beste daraus. Das Kollegium findet immer wieder Lösungen, auch mit Hygienebestimmungen, Abwechslung zu bieten. Ein Beispiel: Der Tag nach dem Nikolaus-Wochenende wurde besonders gestaltet. Ein Theater war engagiert und zu Besuch in der Schule. Es wurde ein kurzes Theater-Stück mit Marionetten einstudiert, so dass es an einem Vormittag mehrmals und für jede Jahrgangsstufe (mit genügend Abstand) separat im großen Foyer gespielt werden konnte. Bei den Kids kam es super an.
 
Mit Englisch wird es nicht mehr ganz so langweilig.
 
Das “Niveau” von der zweiten in die dritte Klasse hat jetzt (zum Glück) angezogen, Englisch ist als Unterrichtsfach dazu gekommen und somit ist es nicht mehr ganz so langweilig.
 
iPads in der Grundschule
 
Auch bei uns in der Schule gibt es einen neuen Klassensatz iPads, welcher erfreulicherweise sehr regelmäßig im Schulalltag zum Einsatz kommt. Aktuell wird im Unterricht eine Buchpräsentation mit Keynote (Präsentations-App) selbständig von jedem Kind erarbeitet. Die Grundlagen und der Umgang mit dem iPad wurden vorab in HSU vermittelt und geübt. Richtig anspruchsvoll, aber so ist unser Kind gut gefordert.
Wir hatten schon immer großes Glück mit den Lehrerinnen, die auch auf die leistungsstärkeren Kinder eingehen.
 
Mama-Joker
 
Ich lege immer wieder mal einen “Mama-Joker” in die Hausaufgaben-Mappe. Spannende Rätsel, selbst gestaltete “Arbeitsblätter” mit Themen, die mein Kind interessieren. (Kommt dann meist zum Einsatz, wenn es in der Schule eine langweilige Phase oder uninteressante Themen gibt). Wir hatten auch schon die Mathe-Briefe vom DGhK aboniert, aus denen ich immer wieder Aufgaben zum Knobeln rausziehe. Damit wird so manche Still- und Freiarbeit im Unterricht aufgepeppt. So sie ist nicht genötigt, immer was zu malen wenn sie auf die anderen Kinder warten muss. (Ausmalen ist leider immer noch sehr bei GS-Lehrern beliebt – selbst in der dritten Klasse).
 
Privates Enrichment
 
In der Freizeit ist die gesamte Familie im privaten Enrichment involviert. Die Oma malte große Leinwände mit bestimmten Acryl-Techniken, der Opa (ehemals Elektriker) erklärt aktuell den GeoLino Adventskalender Technik&Elektronik bis ins kleinste Detail.
 
Uroma ist cool – sie kann eine Geheimsprache!
 
Die Uroma hat ein uraltes weihnachtliches Gedicht von ihrem Opa aus dem Erzgebirge in altdeutscher Schrift ausgekramt. Das wurde dann mit großer Begeisterung “übersetzt” und wird jetzt für den Heilig Abend auswendig gelernt. (Sütterlin ist aktuell die Geheimsprache).
Auch unsere Fremdsprachen-Wörterbücher und Reiseführer aus aller Welt werden für die Freizeitgestaltung von unserem Kind gerne genutzt.
 
Familienleben individuell gestalten – jenseits der “Norm”
 
Wir haben gelernt, dass wir als Eltern unser Kind in der Entwicklung immer gut beobachten. Es ist aus meiner Sicht so wichtig den Alltag und das familiere Umfeld individuell auf uns und unser Kind abzustimmen und zu gestalten. Wir orientieren uns nicht an dem, was in unserer Gesellschaft als “normal” angesehen wird.
 
Das Kinderzimmer wird zum Schreibwarenladen
 
Bei uns ist bespielsweise zwischenzeitlich das Kinderzimmer eine Kombination aus halben Schreibwarenladen und Bücherei geworden. Wir haben zugelassen, dass hier Locher, Tacker, Leuchtstifte, Flipchartmarker, viel Papier, viele Bücher, Ordner und Schnellhefter usw. schon vor dem Schulstart einziehen durften. Damit sorgten wir für ausreichend Freiraum zum Beschäftigen. In unserem Hobbykeller gibt es eine Bastelecke mit viel Zubehör zum kreativen “Austoben” und Experimentieren.
 
Kreatives Chaos
 
Im Wohnzimmer haben wir einen großen Bereich für das vorhandene Playmobil-Universum freigegeben. Wir finden, dass das Spielen im Lebensmittelpunkt und in Elternnähe (Rollenspielen und Fantasiegeschichten inklusive) unser Kind bereichert, zufrieden und glücklich macht. Beim Thema “kreatives Chaos” drücken wir hin und wieder ein Auge zu.
 

Dann gibt es jetzt seit November ein tolles Angebot für alle Schüler der Musikschule in Günzburg. Alle Kinder (ab der dritten Klasse) die dort ein Instrument (oder Gesang) erlernen, konnten sich für einen kostenfreien Theorie-Zusatz Unterricht anmelden. Jeden Mittwoch eine Schul-Stunde extra volles Programm Theorie. Da gibt`s richtig Input! Auch unsere Tochter provitiert davon und ist total begeistert!

Familie Z.